REVIEW

[DE/ENG] Die Spiegel von Kettlewood Hall by Maja Ilisch

This review is readable in English and German. Please scroll down below for the english version, thank you!

Diese Rezension kann in Englisch und Deutsch gelesen werden. Bitte scrolle hinunter für die englische Version, danke!


Ich habe dieses eBook im Zuge der Lovelybooks Leserunde erhalten. Bei dieser Rezension handelt es sich alleine um meine Meinung.

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Buchinformationen

Titel: Die Spiegel von Kettlewood Hall
Autor: Maya Ilisch
Typ: eBook
Seiten: ca. 471 (gelesen am iPad)
Genre: Gaslicht-Fantasy
Preis: € 4,99

Herausgeber: Knaur
Herausgegeben am: 01.Februar 2018

Handlung

Die 14 jährige Iris Barling macht sich auf nach Kettlewood Hall, mit einer Schachfigur im Gepäck, um herauszufinden, ob dort ihr verschollener Vater zu finden ist. Ihre Mutter, welche vor weniger Zeit verstorben ist, sprach nie über Iris’ Vater, weswegen das Mädchen glaubt, in Kettlewood Hall ihre Antworten zu finden. Doch dort angekommen, trifft sie nur auf eine abweisende Familie, welche keine uneheliche Tochter einer Dienstmagd bei sich aufnehmen möchte. Iris merkt, dass es in diesem Haus nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint, denn überall hängen Spiegel, bei denen es so wirkt, als würde sich etwas darin bewegen.

Meine Meinung

Zuerst muss ich loswerden, dass ich immer wieder gerne das eBook aufgemacht und weitergelesen habe. Das was bei meinem letzten Buch leider nicht so, weswegen ich mich über dieses umso mehr gefreut habe! Dazu hat mir der Schreibstil zu viel Spaß gemacht.

Die Spiegel von Kettlewood wirkten auf mich zuerst wie ein Gruselroman mit spukenden Geistern oder Dämonen in einem verlassenen Herrenhaus, ganz nach Die Frau in Schwarz. Also, als ich mir das Cover und den Klappentext durchgelesen habe. Mit der Vermutung lag ich aber etwas sehr daneben, wurde aber dennoch mit einer gerne gelesenen Geschichte belohnt. Ganz gruselfrei ist es aber dann doch nicht.

Die Hintergrundgeschichte der Protagonistin Iris wird stabil aufgebaut, ohne dass ich das Gefühl bekommen habe, damit überfordert zu werden. Weitere Informationen werden in die Handlung fließend eingebaut und wirkten nicht so, als müsste die Geschichte “pausiert” werden, um zuerst den Charakter zu beschreiben oder erklären zu müssen. Da die Handlung im viktorianischen England spielt, wirkt sie für mich sehr gut recherchiert und detailliert, auf keinen Fall oberflächlich.

Wir treffen Iris als eine Kinderarbeiterin in einer Baumwollfabrik an. Das Mädchen ist schon alleine aus dem Grund nicht perfekt, da ihr zwei Finger bei der Arbeit in eine Maschine geraten und abgerissen wurden, sie ist nicht die eifrigste Schülerin und ist Waise, da ihre Mutter vor kurzer Zeit gestorben ist und das Mädchen nie ihren Vater kennengelernt hat. Sie hat ihre naiven und gedankenlosen Momente, was sie aber als 14 Jährige umso realistischer macht. Iris durchläuft vom Anfang bis zum Ende des Buches eine Charakterentwicklung, die sie unter anderem von einer eher faulen zu einer sehr eifrigen Schülerin mit einem Ziel im Leben macht.

Iris wird aufgrund der Tatsache, dass ihre Mutter ihr eine Springer-Schachfigur hinterlassen hat, in eine Familienaffäre dämonischer Art hineingezogen. Diese lässt sich nur durch eine Partie Schach lösen. Die Familie hält nicht viel von dem Mädchen, da sie das uneheliche Kind eines Dienstmädchens ist und alle Fäden in der Hand hält, um den Fluch für eine weitere Generation zu beenden. Schach als Handlungspunkt einzuführen, aber als als erzählerische Form zu finden, ist eine ausgefallene Idee, bei welcher man nicht voraussehen konnte, wie es weitergeht.

Von der Auflösung des Buches war ich jetzt nicht so mega überrascht, am Ende kommt es mir jetzt so logisch vor, dass es mir fast ein wenig langweilig war. Wobei langweilig das falsche Wort dafür ist, wohl eher vorhersehbar. Iris ist nie auf ein Hindernis gestoßen, bei dem ich mir denken musste: “Ui, das war’s jetzt für sie. Da kommt sie nicht mehr raus.” Nie hatte ich das Gefühl, dass Iris in Gefahr schweben kann. Was jeder für sich entscheiden kann, ob es ein guter oder schlechter Punkt ist. Ich bin kein Fan davon.

Dann spielt noch die Liebesgeschichte von Iris und Victor, dem Sohn des Earl von Kettlewood, betont eine Rolle in dem Buch. Die war mir ein wenig zu schmalzig und zu sehr Liebe auf den ersten Blick. Viele mögen das, ich bin nicht unbedingt der Fan davon. Einerseits finde ich aber, dass es in diese Zeit ganz gut gepasst hat, weswegen ich nicht wirklich böse darauf bin, dass dem Teil so viel Beachtung geschenkt wurde. Victor kam mir als Charakter auch zu glattgestrichen vor, wie ein Spiegel. Rückblickend gesehen waren Iris und Victor auch die einzigen Charaktere für mich, die wirklich ins Augenmerk genommen wurden und von denen ich das Gefühl habe, besser zu kennen.

Schreibstil

Den Schreibstil mochte ich sehr gerne, er hat mich dazu bewegt, stetig und sehr freudig weiterzulesen. Maja Ilisch verwendet keine unnötigen, unlogischen Beschreibungen, um etwas besser klingen zu lassen, was meiner Meinung nach heutzutage im englischen Young Adult Genre sehr häufig passiert. Die Geschichte hat mich genug gefesselt, dass ich weiterlesen wollte und ich war auch zu keinem Zeitpunkt von den Charakteren genervt.

Fazit

Ich gebe Die Spiegel von Kettlewood Hall von Maja Ilisch 4 von 5 Sterne. Einerseits weil ich mir mehr Höhepunkte erwartet hätte, andererseits wirkte das Buch auf mich anfangs so, als wäre es ziemlich gruselig, was es schlussendlich aber nicht war. Vielleicht habe ich mir zu viel Grusel erwartet ODER ich bin von Stephen King abgehärtet. Das Buch hat mich auf jeden Fall dazu bewegt, mehr von Maja Ilisch zu lesen und ich bin glücklich, über die LovelyBooks Leserunde gestolpert zu sein.

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| Der Header stammt von Blattzirkus |


I got this eBook for the LovelyBooks Reading Round. This review is my opinion alone.

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Book Information

Title: Die Spiegel von Kettlewood Hall (The Mirrors of Kettlewood Hall)
Author: Maya Ilisch
Type: eBook
Pages: ca. 471 (read on an iPad)
Genre: Gaslight-Fantasy
Price: € 4,99

Publisher: Knaur
Published on: February 1st, 2018

Plot

14-year-old Iris Barling sets off for Kettlewood Hall, with a chess piece in her luggage, to find out if her lost father can be found there. Her mother, who died recently, never spoke about Iris’ father, which is why the girl believes that she can find her answers in Kettlewood Hall. But when she arrives, she only meets a dismissive family, which does not want to take in an illegitimate daughter of a servant girl. Iris realizes that things do not seem to be right in this house, because there are mirrors everywhere that look as if something is moving in them.

My Opinion

First, I have to say that I always liked to open the eBook and read on. This was not the case with my last book, which is why I was all the more pleased about this one! The writing style was too much fun for me.

Die Spiegel von Kettlewood Hall first looked like a scary novel with haunting ghosts or demons in a deserted mansion, like The Woman in Black. So I thought, as I read through the cover and the blurb. With the assumption, I was very wrong, but was nevertheless rewarded with a happy reading journey. It’s not all scare-free though.

The background story of the protagonist Iris is a stable built up, without the feeling that I got overwhelmed with it. Further information is incorporated into the plot fluently and did not appear as if the story had to be “paused” to first describe or explain the character. Since the action takes place in Victorian England, it looks very well researched and detailed for me, in no way superficial.

We meet Iris as a child laborer in a cotton factory. The girl is not perfect for the very reason that two fingers got stuck in a machine at work and were torn down, she is not the most eager student and is an orphan because her mother died recently and the girl never got to know her father. She has her naive and thoughtless moments, which makes her more realistic as a 14-year-old. Iris has, from the beginning to the end of the book, a character development that makes her, among other things, from a rather lazy to a very eager student with a goal in life.

Iris is implicated in a demonic family affair because of the fact that her mother left her a knight chess piece. This can only be solved by a game of chess. The family does not think much of the girl because she is the illegitimate child of a maid and holds all the strings in her hand to end the curse for another generation. To introduce chess as a point of action, but as a narrative form as well, is a fancy idea in which one could not foresee how the story goes on.

I was not surprised by the the dissolution of the book. In the end, it seems so logical to me that it was almost a bit boring. Boring is the wrong word for it, probably more predictable. Iris never encountered an obstacle where I had to think: “Ui, that’s it for her now, she can not get out of it.” I just never had the feeling that Iris could be in danger. Everyone can decide for themselves, whether it’s a good or bad thing. I’m not a fan of it.

Then there was the love story of Iris and Victor, the son of the Earl of Kettlewood, which takes up a role in the book. It was a bit too cheesy and too much love at first sight. Many like that, I’m not necessarily a fan of it. On the one hand, however, I find that it fit in this period very well, which is why I’m not really angry that this part was given so much attention. Victor also seemed to me to be a smoothed-out character, like a mirror. In retrospect, Iris and Victor were also the only characters for me that really got the attention and in the end I think that I know better.

Writing Style

I really liked the writing style, it made me reading the book steadily and very happily. Maja Ilisch does not use unnecessary, illogical descriptions to sound a little better, which in my opinion is very common in the English Young Adult genre nowadays. The story has captivated me enough that I wanted to read on and I was never annoyed by the characters.

Conclusion

I give Die Spiegel von Kettlewood Hall by Maja Ilisch 4 out of 5 stars. On the one hand because I had expected more highlights, on the other hand, at first the book seemed to me as if it was pretty scary, but in the end it really wasn’t. Maybe I expected too much spookiness OR I’m numbed out by Stephen King. The book definitely made me read more about Maja Ilisch and I’m happy to have stumbled across the LovelyBook’s Reading Round.
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| The Header is from Blattzirkus |
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